Unter aller Kanone

Mit der Redewendung “Unter aller Kanone” bezeichnet man umgangssprachlich etwas qualitativ minderwertiges, was den geforderten oder gewünschten Standards keineswegs entspricht. Das Sprichwort entstammt dem Schulbereich und geht zurück auf das lateinische “sub omni canone”.

Beispiele und ähnliche Sprichwörter

  • “Deine Klassenarbeit war wirklich unter aller Kanone.”
  • “Das Verhalten der Gruppe ging gar nicht – es war unter aller Kanone.”

Wohl jeder hat einen ähnlichen Spruch bereits gehört (bzw. musste ihn sich gefallen lassen). Sprachlich sehr nah verwandt ist die Redewendung “unter aller Sau”, die sich übrigens nicht auf das Tier bezieht, sondern interessanterweise den gleichen Ursprung hat wie unter aller Kanone.

Geschichtliche Herkunft von “unter aller Kanone” und “unter aller Sau”

Weder die Sau noch die Kanone sind in diesem Kontext wörtlich zu verstehen. Stattdessen gehen beide Variationen des Sprichworts auf die Pädagogik bzw. die Bewertung zurück, genauer gesagt auf Dissertationen (Arbeit, mit der ein Doktortitel erlangt wird).

Denn ist eine solche Dissertation ungenügend, gibt es (ähnlich wie das wesentlich bekanntere “summa cum laude”) dafür Bezeichnungen wie insufficienter, non sufficit, non rite „ungenügend“ oder eben “sub omni canone” – unterhalb jedes Maßstabs. Dieser lateinische Begriff geht zurück auf den griechischen Begriff kanón, der in etwa Leitfaden, Richtschnur oder Maßstab bedeutet.

Diese Verbindung zieht sich durch verschiedene zeitliche Epochen der Bewertung. Auch im Mittelalter war der Begriff des Kanons bzw. dann eben auch “sub omni canone” geläufig (wobei natürlich jeder Schüler hoffte, sich nicht unterhalb davon zu befinden). Im Laufe der Zeit machten Schüler dann daraus “unter aller Kanone”.

Wie passt “unter aller Sau” dann dazu? Das ist einfach erklärt: Auf jiddisch heißt Maßstab “seo”. Auch hier gab es also eine Verballhornung.

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