Nach uns die Sintflut

Das Sprichwort “Nach uns die Sintflut” (bzw. “Nach mir die Sintflut”) beschreibt eine Handlung, Lebensweise oder auch Strategie, die nur mit Blick auf die Gegenwart durchgeführt wird. Mögliche Folgen in der Zukunft – vor allem negative Auswirkungen – sind nicht von Interesse oder werden ignoriert, obwohl sie möglicherweise bekannt sind.

Beispiele und ähnliche Sprichwörter

Leider gibt es in der heutigen Zeit nur allzu viele Anwendungsbeispiele, wie eine nicht zukunftsfähige Strategie aussehen könnte. Dazu reicht ein Blick auf die weltweite Umweltpolitik bzw. das Nicht-Einhalten von diversen selbst gesetzten Zielen. Hier agier(t)en viele Länder frei nach dem Motto “Nach uns die Sintflut”, sodass der Raubbau an der Natur beinahe ungebremst weiterläuft.

Auch in anderen politischen Bereichen findet dieses Sprichwort immer wieder Verwendung – so bietet etwa Karl Marx in seinem Werk “Das Kapital. Band I” direkt die französische Übersetzung:

  • Après moi le déluge (bzw. Après nous le déluge für “uns”)
  • Im Englischen ist der Spruch “After us, the deluge” gebräuchlich.

Und tatsächlich liegt die geschichtliche Entwicklung des Sprichworts nahe, dass die „Sintflut“ sozusagen aus Frankreich stammt.

Geschichte und Ursprung der Redewendung “Nach mir die Sintflut”

Wie bei vielen anderen mittelalterlichen Sprichwörtern auch und nicht ganz verwunderlich liegen die genauen Ursprünge im Dunkeln. Verschiedene Formen und Versionen und nicht zuletzt die Beliebtheit in heutiger Zeit führt dazu, dass Autoren den Spruch immer wieder unterschiedlichen historischen Personen in den Mund gelegt haben. In diesem Zuge fällt häufig der Name Jeanne-Antoinette Poisson (1721-1764), die Marquise von Pompadour.

So merkt Helmut Caspar in seinem Buch “Ich kam, ich sah, ich siegte – 300 historische Zitate und geflügelte Wörter” an, dass der Spruch bereits im siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 bekannt war. Marquise von Pompadour soll ihn wohl gesagt haben, als Meldung über die Schlacht von Roßbach (1757) bekannt wurde, wodurch der Spruch größere Berühmtheit erlangte. Denn auch im Französischen war die Redewendung schon vorher bekannt.

Aber selbst in der Antike gibt es vergleichbare Aussagen. Sinngemäß auf das Gleiche läuft ein Ausruf eines griechischen Dichters hinaus: “Nach meinem Tode geh’ die Welt in Flammen auf”. Der Ursprung bzw. Autor dieses Spruchs ist aber nicht zweifelsfrei zu nennen – sowohl Cicero, Seneca, Tiberius und (passenderweise) Nero ging dieser Spruch angeblich über die Lippen.

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