Einen Zahn zulegen

Das Sprichwort “Einen Zahn zulegen” (manchmal auch “einen Zahn drauflegen” oder “einen Zacken zulegen”) fordert eine Person dazu auf, eine Aufgabe oder Tätigkeit schneller auszuführen beziehungsweise sich generell zu beeilen.

Verwendungsbeispiele und ähnliche Sprichwörter

Auf der Arbeit dauert das Einordnen von Formularen zu lange. Die Kollegin wird von ihrem Vorgesetzten – etwas flapsig – dazu aufgefordert, “einen Zahn zuzulegen”. Häufig fällt die Redewendung auch im Zusammenhang mit dem Auto- oder Motorradfahren. Der Fahrer drückt auf das Gaspedal und legt so einen Zahn zu.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass es noch weitere Sprichwörter rund um die Geschwindigkeit und das Wort “Zahn” und “Zacken” gibt. Wenn jemand beispielsweise sehr schnell unterwegs ist, so kann man von ihm behaupten, dass er einen “Zacken draufhat”. Weitere Varianten sind der Mordszahn oder, auch sehr beliebt, der Affenzahn.

Herkunft vom “Zahn zulegen”

Wie bei vielen deutschen Sprichwörtern ist die Herkunft nicht eindeutig zu bestimmen. Vorrangig gibt es zwei Erklärungsansätze.

Der erste verortet das Zahn-Zulegen in die Fahrzeugtechnik, was aufgrund der oben gezeigten Anwendungsbeispiele ja auch auf der Hand liegt. Es bezieht sich wohl auf den Zahnkranz des Handgashebels beziehungsweise auf eine Vorrichtung in Jagdflugzeugen des Ersten Weltkrieges. Dort gab es eine Stange mit Zähnen, mit der der Pilot Gas geben konnte, wenn er sie nach vorne schob.

Eine andere Erklärung stuft diese Formulierung als eines von vielen Sprichwörtern aus dem Mittelalter ein, genauer gesagt aus dem Bereich der Kulinarik. Als das Essen noch über offenem Feuer zubereitet wurde, hingen darüber Ketten oder Stangen, an denen wiederum lange, metallene Zahnstangen (manchmal auch Kräuel genannt) angebracht wurden. Diese hingen senkrecht nach unten und ließen sich in der Höhe variieren, sodass das Essen näher oder weiter entfernt vom Feuer war. Dementsprechend konnte der Koch “einen Zahn zulegen”, damit das Essen schneller fertig war.

Im Englischen gibt es ein ähnliches Sprichwort mit in etwa der gleichen Bedeutung – “to step it up a notch”. Da das Wort “notch” aber sowohl mit Raste oder Zahn als auch mit Einkerbung übersetzt werden kann, lässt sich also auch hier nichts zweifelsfrei bestimmen, ob der Ursprung des Zahn-Zulegens im technischen Bereich oder im Mittelalter liegt. Sicher ist lediglich: Mit dem Sprichwort  “Auge um Auge, Zahn um Zahn” gibt es erst einmal keine Berührungspunkte. 😉

Weitere Informationen und Ressourcen zur Redewendung