Durch dick und dünn

Mit der Redewendung “Durch dick und dünn” bezeichnet man eine sehr starke zwischenmenschliche Beziehung, die sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten besteht und dass die Personen zueinander treu sind. Das Sprichwort geht zurück auf das Durchqueren dicht und dünn bewaldeter (und womöglich gefährlicher) Gebiete.

Beispiele und ähnliche Sprichwörter

  • “Er war nicht nur da, als es mir gut ging, sondern immer. Wir gehen wirklich durch dick und dünn.”
  • “Ich bin keiner, der beim ersten Problem nicht mehr hinhört. Wenn ich jemanden als Freund bezeichne, gehe ich mit ihm durch dick und dünn.”

Eine starke Beziehung zum Partner oder zum Freund kann man mit vielen Redewendungen umschreiben: Entweder man geht durch dick und dünn, man übersteht Höhen und Tiefen, hält jemandem die Treue, gibt jemandem sein letztes Hemd und so weiter.

Wie sieht das in anderen Ländern aus – kennt man diese Begriffe dort auch? Zumindest im Englischen lässt sich “durch dick und dünn” unmittelbar übersetzen mit “through thick and thin”. Andere europäische Sprachen wie französisch oder spanisch haben teilweise andere, ebenfalls sehr figurative Übersetzungen (z.B. “contra viento y marea” – “gegen alle Widerstände”). Dass diese die Redewendung nicht kennen bzw. im heutigen Sprachgebrauch nicht geläufig sind, verwundert allerdings etwas, wenn man sich die Ursprünge anschaut.

Herkunft von “Durch dick und dünn”

Gehen wir ein paar hundert Jahre zurück. Damals war das Reisen weder so komfortabel noch so sicher wie heute. Auf den Landstraßen und Wegen gab es viele Gefahren, von denen nicht die geringste Räuber und Ganoven waren. Ein anderes, oft genutztes Wort für sie: Strauchdiebe. Denn tatsächlich lagerten sie am Wegesrand in den Büschen und kamen dann heraus, um Reisende zu überfallen. Einen Schutz konnten sich nur die wenigsten leisten.

Und hier kommen wir “Durch dick und dünn” als eines der zahlreichen Sprichwörter aus dem Mittelalter schon etwas näher. Denn tatsächlich geht das Sprichwort nicht auf dick im Sinne von rundlich zurück, sondern auf die Vegetation am Wegesrand. Waren die Büsche dicht bewachsen, so war natürlich die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich dort Strauchdiebe versteckten. Dementsprechend musste man jemanden sehr vertrauen bzw. mögen, um mit ihm durch dickes/dichtes Gehölz zu gehen. Im Laufe der Jahre wurde daraus dann “durch dick und dünn”.

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