Affenzahn

Die Redewendung bzw. das geflügelte Wort “Affenzahn” bezieht sich auf eine sehr hohe Schnelligkeit (“Du fährst mit einem Affenzahn”). Es setzt sich zusammen aus dem oft mit Tempo konnotierten Zahn (siehe dazu auch einen Zahn zulegen) und die Geschwindigkeit der Bewegungen von Affen.

Beispiele und ähnliche Sprichwörter

Häufige Verwendung findet der Ausdruck im Zusammenhang mit jeder Form von Fortbewegung (“Ich radelte mit einem Affenzahn den Berg herunter”), allerdings kann es sich auch auf konkrete Arbeiten oder Vorgänge beziehen (“Sie spulte in einem Affenzahn alle Vokabeln ab”).

Im Bereich der deutschen Sprichwörter ist der “Affenzahn” dabei längst nicht die einzige Redewendung, die diesen Umstand beschreibt. So beschreibt das Sprichwort des geölten Blitzes beispielsweise jemanden, der sich sehr schnell (fort)bewegt. Aber auch der Ausruf, jemand möge einen Zahn zulegen, zielt auf eine ganz ähnliche Absicht ab. Und hier kommt die interessante Herkunft des Affenzahns ins Spiel.

Herkunft und Geschichte vom “Affenzahn”

Bereits seit mindestens 150 Jahren werden Affen mit ihrer Schnellig- und Beweglichkeit im Bezug auf Agilität und Tempo genannt.

So schreibt etwa der Journalist August Krawani im Morgenblatt der Wiener Zeitung „Die Presse“ vom 18. Juni 1866, vier Tage nach Ausbruch des Deutschen Kriegs: “Die Preussen entwickeln überhaupt eine affenähnliche Beweglichkeit“, als er die schnellen Truppenbewegungen beschreibt. Teilweise wird Krawani damit als geistiger Urheber dieses Sprichworts bzw. des ersten Teils davon genannt. Andere Behauptungen gehen sogar noch weiter zurück und verorten diese Ausdrücke ins Mittelalter – stichhaltige Quellen lassen sich dafür jedoch nicht finden.

Der zweite Teil des geflügelten Wortes, der “Zahn”, hat seinen Ursprung entweder im Bereich der Fahrzeugtechnik des frühen 20. Jahrhunderts oder im Mittelalter. In unserem Artikel zum Thema “einen Zahn zulegen” haben wir die Hintergründe näher beleuchtet, deswegen hier nur die Kurzform der beiden geläufigen Erklärungsansätze :

  • Bei Fahrzeugen – genauer gesagt alten Jagdflugzeugen – gab es eine Stange mit Zähnen, bei deren Vorwärtsbewegung mehr Gas gegeben wurde.
  • Im Mittelalter kochte man über offenen Feuerstellen. Dazu bediente man sich Hängevorrichtungen, an denen metallene Zahnstangen hingen. Legte der Koch dort “einen Zahn zu”, so wurde das Essen aufgrund der Nähe zum Feuer schneller fertig.

Weitere Ressourcen zum Affenzahn